Das Rosenspiel möchte gerne spenden

rosenspiel2Die Geschichte eines Buches, ich meine nicht das Schreiben des Buches, sondern des fertigen Buches geht gelegentlich sonderbare Wege und findet auch mal für Autoren ein trauriges Ende. Ich habe das Buch „Das Rosenspiel“ geschrieben, habe einen Verlag gefunden, der Vertrag wurde gemacht, das Buch verlegt und ich war stolz wie Kalle, als ich es in meinen Händen gehalten habe. Dieses Hochgefühl fühlte ich nur kurz, denn es dauerte nicht sehr lange und der Verlag musste Insolvenz anmelden. Anstatt Honorar habe ich dann die restlichen gedruckten Werke erhalten, die der Verlag nach Antragstellung der Insolvenz nicht mehr verkaufen konnte.


Nun habe ich immer noch rund 1500 Exemplare hier bei mir liegen. Ich überlege hin und her was ich mit ihnen machen soll. Zum Wegwerfen sind sie zu schade, wenn ich an Papier und Tinte denke. Sie ungelesen zu lassen, auch das ist nicht der Weg, den ich mit vorstelle, dafür ist der Inhalt zu gut, also muss ich sie verkaufen. Ich trenne mich sehr gerne von jedem einzelnen Buch, weil ich weiß es ist gut.
Meine Idee ist die, dass ich, verbunden wie ich den Dravetchen immer noch bin, das Buch für fünf Euro pro Stück anbiete. Der Preis setzt sich wie folgt zusammen:
1 Euro pro verkauftes Buch geht an den Verein Dravet Syndrom e.V.
1 Euro für den Versand
3 Euro, es wird der Verpackung wegen etwas weniger sein, möchte ich behalten
Wer eine Widmung haben möchte, der muss noch mal 2 Euro drauflegen, wovon 1 weiterer Euro an den Verein Dravet e.V. gehen wird.
Nachdem ich über den Preis geredet habe komme ich jetzt zu dem Inhalt:
Weinlaune, Italiener, meine Freundin und ich albern herum und plötzlich hatte ich eine Wette am Hals, ein Buch, eine Geschichte über Ehebetrug zu erzählen. Nun schreibe ich nicht ohne Recherche drauf los und habe mich mit diesem Thema beschäftigt, mich umgehört, mit jedem in meinem Freundes- und Bekanntenkreis den ich erwischen konnte und der reden wollte, über das Thema Ehebetrug geredet und war überrascht, was ich alles so zu hören bekam. Selbst Fremde, die davon gehört haben, dass ich dafür recherchiere, haben mich angesprochen. Das war durchaus lohnenswert darüber zu schreiben. Jeder, der mir sein Geheimnis anvertraut hat, weiß es bei mir sicher, ich habe keine realen Namen veröffentlicht, niemals mit anderen über diese Geheimnisse mit Dritten gesprochen. Über das, was ich erfahren hatte, könnte ich drei Bücher schreiben. All das, was in meinem Buch geschrieben steht, hat sich, unter Einbindung künstlerischer Freiheit, so zugetragen. Na ja fast jedenfalls.
Susanne hat eines Tages den Verdacht, dass ihr Mann sie betrügt. Das weckt ihre Neugierde und sie geht dem nach. In der Tat ihr Mann betrügt sie und wie das häufig ist, sie kennt diese Frau. Susanne ist geschockt, damit rechnete sie nicht, weiß aber, dass sie nicht der Typ ist, ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen, ihn rauszuwerfen oder selbst zu gehen. Vielmehr trachtet sie danach die Nebenbuhlerin, der sie den Namen „Dazu“ gibt, aus der Beziehung rauszuwerfen. Das macht sie nicht einfach so, sondern sie denkt sich einen Weg aus, der ihr ein klein wenig das Gefühl der Rache gibt, den bittersüßen Geschmack der Rache wahrnehmen lässt. Am Anfang ihrer Rache steht eine Einladung der Nebenbuhlerin zum Adventskaffee in ihr Haus, ob diese jedoch so ausgekocht ist, zu kommen? Susanne ist sich nicht sicher, sie selbst wäre niemals einer solchen Einladung gefolgt. Davon hängt ihre weitere Strategie, welchen Kurs sie fahren wird, ab.
Man darf geteilter Meinung sein, warum Susanne so handelt. Warum sie genau diesen Weg geht und nicht gleich einen Schlussstrich zieht. Es geht ihr primär nicht um Rache, sondern darum ob sie sich, ist Dazu erst mal aus dem Feld geschlagen, für oder gegen ihren Mann entscheidet. Ich breche ein Tabu in dem Roman, als da vorgegeben ist, dass ein Protagonist oder eine Protagonistin eine Figur ist, die der Leser mögen muss, mit der er mitgehen soll, die seine Sympathie hat. Susanne macht es dem Leser, der Leserin nicht leicht, sie zu mögen, ging mir, während ich am Manuskript geschrieben habe, häufig so. Manchmal hasste ich sie geradezu, hätte ich sie gerne ausgetauscht, dann aber mochte ich sie wegen ihrer Raffinesse, wegen ihrer Schlitzohrigkeit. Susanne ist nun mal wie sie ist und sie hat ihre Beweggründe genau so zu handeln und letztendlich finde ich, ist sie eine taffe Frau, der man das erst mal nachmachen muss.

Die Kurzgeschichte zu dem Buch war im SZ-Magazin erschienen und wurde obendrein als Spielfilm verfilmt und war bereits mehrfach im ZDF zu sehen. Das machen sie nicht, wenn eine Story nicht richtig gut ist.

Wem noch eine Kleinigkeit für den Gabentisch zu einem soliden Preis fehlt, wer dem Verein Dravet Syndrom e.V. auch noch gleich eine kleine Spende zukommen lassen möchte, der ist mit dem Buch „Das Rosenspiel“ auf einem guten Weg.

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