„Die Liebe wohnt überall“ von Rike Stienen

Ich habe gleich zwei Werke hintereinander von Rike Stienen gelesen und das war durchaus interessant, worauf ich später eingehen werde.
Charlotte, erfolgreiche Autorin und Tochter eines Literaturprofessors, der sich auf eine Alm zurückgezogen hat, wo er gemeinsam mit Schafen und dem Hütehund Dalia ein zufriedenes Leben führt. Amelie, die Tochter Charlottes, die ihren Großvater und die Alm abgöttisch liebt wird nach ihrem bestandenen Abitur einige Wochen bei ihrem Vater auf Ibiza verbringen, wozu sie im Grunde gar keine Lust hat. Charlotte bringt ihre Tochter zum Flughafen, fährt danach zu ihrem Verleger, der gleichzeitig ihr Lebensgefährte ist. Wegen ihres neuen Romans, dessen Manuskript noch nicht beendet ist, hatte das Paar Auseinandersetzungen, da Bernhard Druck auf Charlotte ausübt, da er den Roman an eine Filmproduktion verkauft hat und deswegen auch versucht Einfluss auf die Geschichte zu nehmen.

Charlotte ist mit all dem unzufrieden, auch weil ihr gewohnter Lektor von Bernhard kurzer Hand auf die Straße gesetzt worden ist. Sie fährt nach Hause, arbeitet an dem Manuskript und kocht für sich und Bernhard ein fürstliches Abendessen. Dieser aber kommt nicht und Charlotte packt in einen Korb Essen und Getränke ein und fährt in dessen Büro, um ihn dort zu überraschen, was ihr auch gelingt, aber nicht so, wie sie sich das vorgestellt hat: Er ist mit der jungen Schauspielerin intim, die in dem Film die Hauptrolle spielen soll. Charlotte ist enttäuscht und fährt nach Hause.
Am nächsten Tag erfährt sie zu allem Elend, dass ihr Vater verunglückt ist und im Krankenhaus liegt und es an ihr ist nun die Alm, samt der Schafe, zu versorgen. Von nun an beginnt Charlottes Leben in vollkommen anderen Bahnen zu verlaufen, auch wenn ihr Ziel es ist wieder nach München zurückzukehren, so hat sie gerade das Gefühl, dass nichts mehr läuft.
Die Autorin besticht in diesem Roman mit einer leichten, lockeren Erzählart, die es leicht macht in den Roman hinein zu kommen. Damit hatte ich, wie ich in der Rezension des vorangegangenen Werkes der Autorin ein wenig Probleme, da die Figuren dieses Romans sehr distanziert waren, auch den Lesern gegenüber, da war nichts, das man sympathisch nennen konnte und erst nach und nach entwickelte sich eine Sympathie zu dem Anwalt Rafael, die im weiteren Verlauf des Romans aufrecht erhalten bleibt. Ganz anders hier und ich finde das sehr wichtig in seinen Werken nicht immer auf dem Gleich zu fahren, auch variieren und auch mit dem Leser zu spielen, denn, wenn jedes Werk immer vorhersehbar ist, dann wird man sich irgendwann langweilen. Die Autorin hat es wirklich drauf ganz unterschiedlich zu schreiben und auch das ist eine Kunst. Zurück zu dem gerade gelesenen Werk "Liebe wohnt überall". Gleich zu Beginn gelingt es der Autorin eine harmonische Mutter-Tochter-Beziehung herzustellen, die dazu verleiten könnte die beiden zum Kaffee einzuladen. Sie sind sympathisch, freundlich aufgeschlossen. Das bleibt bis zu Ende dieses Romans auch erhalten. Dazu schafft es die Autorin dem Roman Spannung zu verleihen, da sie ihm eine Figur gibt, die ihm auch ein wenig kriminelle Energie verleiht und deren Auflösung keineswegs mit Blutvergießen, aber dennoch mit einem Überraschungseffekt beendet.
Summa summarum ist der Roman ein leichter Unterhaltungsroman mit perfekten Beschreibungen, die es jedem Leser ermöglichen die Umgebung, die Figuren plastisch vor Augen zu haben. Wer unterhalten werden will, für den ist dieses Werk eine Leseempfehlung.
Das nächste Werk, das ich lesen will, wird wieder ein Krimi/Thriller sein, wobei ich noch unentschieden bin, ob es der letzte Fitzek, das letzte Werk von Karen Rose oder auch Karen Slaughter sein wird. Mal sehen.

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