Die Therapie von Sebastian Fitzek

„Die Therapie“ von Sebastian Fitzek, kein Buch für mich. Ich musste mich regelrecht durch ds Buch quälen und es übte zu keinem Zeitpunkt diese kribbelnde Faszination aus, die mich von Beginn an fesselt, dem ich regelrecht erlegen bin und es nicht abwarten kann, bis ich am Ende bin und das dann auch umgehend bedaure. Mit anderen Worten „Die Therapie“ ist langweilig zu lesen. Das zieht sich wie Kaugummi, da fühlte ich keine Spannung und ich war froh als ich mit diesem Werk durch war.

Zugegeben dieses Buch ist kein aktuelles und vielleicht ist das jetzt gerade neu erschienene Buch besser, ich werde es lesen und versuchen dabei unvoreingenommen zu sein, so dass überhaupt möglich ist. Worum geht es? Der Psychiater Viktor Larenz erzählt seinem Kollegen Martin Roth das, was ihm widerfahren ist, als er einer Frau begegnet, die ihm vier Jahre nach dem Verschwinden seiner Tochter Josy von ihrer Schizophrenie erzählt. Larenz, liegt dabei angeschnallt in einem Klinikbett, Roth sitzt daneben. Das kann man zu keinem Moment vergessen und das finde ich schade, denn es verhindert, dass man unbedingt wissen muss oder wissen will, was geschehen war. Das ist genau das, was die Spannung nimmt. Die Geschichte ist im Grunde schon gelaufen.
Larenz hat sich in sein Ferienhaus auf Parkum zurückgezogen, wo er von Anna, einer jungen Frau aufgesucht wird, deren Schizophrenie, laut einem Kollegen, nur von ihm behandelt werden kann. Zunächst lehnt er ab, aber da ein Sturm die Abfahrt der jungen Frau von der Insel verhindert, trifft er sie häufiger, hört ihrer Geschichte zu und findet sich selbst darin wieder. Sie erzählt ihm das, was sie in ihren schizophrenen Anfällen erlebt und gesehen hat, unter anderem spielt dabei Larenz vor vier Jahren verschwundene Tochter Josy eine Rolle, ebenso wie sein Wochenendhaus, ebenso wie die Straße vor der Praxis aus der sie verschwunden war. Josy war, aus unbekannten Gründen, krank geworden und niemand fand die Ursache dafür. Mein erster Gedanke, als ich das gelesen habe, war das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Eines Tages war das Mädchen verschwunden und mit Hilfe von Anna, findet Larenz zu der Wahrheit über das Verschwinden seiner Tochter.
Die Geschichte birgt nur wenige Überraschungen, vor allem auch deswegen, weil sie als Rückblick, als geschehen geschrieben ist. Fitzek gelingt es nicht, mich vergessen zu lassen, dass Larenz angeschnallt im Bett auf einer Geschlossenen liegt. Daher fehlte für mich die Spannung. Es war ja im Grunde alles schon gelaufen. Okay, das Ende mag dann doch überraschen, aber nur dann, wenn man zu Beginn überlesen hatte, dass Larenz‘ Frau in New York weilte und er sie nie erreichen konnte.
Alles in allem wird man durchaus mit dem Buch unterhalten, aber nicht in Sinne eines Psychothrillers, eher im Sinne einer Erzählung oder eines Dramas „Die Leiden des Dr. Larenz“, was in sich mehrdeutig aufgefasst werden darf. Die Sprache ist einfach, Sebastian Fitzek verzichtet auf komplizierte Formulierungen und das ist auch gut so. Wer Fitzek gelesen hat und sich für ihn begeistern kann, der ist hier sicher gut aufgehoben.

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