Junge Oma oder schon Großmutter?

Wann ist eine Oma eine junge Oma? Wann eine alte? Eine Oma, die gerade gegen die Vierzig geht, kann genauso alt sein, wie jene, die stramm auf die siebzig zuläuft. Junge Eltern können vierzig Jahre alt sein und wenn es das erste Baby ist, dann sind das junge Eltern. Ist man eine alte Oma, wenn man das zweite Mal Oma wird? Oder hängt das tatsächlich mit dem Alter zusammen? Ist man wirklich so alt wie man sich fühlt? Oder kann man sich auch jung fühlen, obwohl man sich manchmal einen Lifter wünscht, um überhaupt aus dem Bett zu kommen? Ist man dann alt? Verjüngt man sich als Oma, wenn das zweite, dritte oder vierte Enkelkind gerade geboren wurde?

Man ist so alt wie man sich fühlt. Ehrlich? Das ist Blödsinn! Manchmal springt man aus dem Bett und ist frisch und munter, trägt seine Jahre trotzdem mit sich herum, wie der ehrliche Blick in den Spiegel sodann, nach der täglichen dusche beweist. Dann wieder würde man ja gerne aufstehen, gäbe es da nicht das Bett, das mit aller Kraft diesen Körper festhalten möchte. Es findet ein imaginärer Kampf mit dem Bett statt, bei dem Mensch nur unterliegen kann, entwickelt dies Bett so viele Arme und mehr wie eine Krake haben kann. Wer schlau ist, der gibt den Kampf gleich auf und nutzt diese Zeit für noch mal umdrehen, mindestens.

Meine Ma hat ein stolzes Alter, körperlich schwächelt sie, aber im Kopf und im Herzen ist sie jung geblieben. Sie ist inzwischen Uroma, „Tic-Tak-Oma“ ist sie, wie sie von einer ihrer Urenkelinnen genannt wird. Das erfüllt sie mit Stolz, das kann man sehen und spüren. Natürlich fallen in ihrem Alter Ausdrücke wie „ob ich das noch erleben werde“ oder „wer weiß, ob ich dann noch lebe“. Klar wird sie die Geburt des nächsten Urenkelchens erleben, denn so lange dauert das nicht mehr. Was sind schon ein paar Wochen? Das geht voran. War es nicht gestern, als wir erfahren haben, dass ich abermals Oma werde? Kann nur so gewesen sein, dass diese Nachricht erst gestern eingetrudelt war. Wo ist die Zeit geblieben? Wie immer, wir alle haben die Zeit gelebt, haben Höhen und Tiefen erlebt, haben eine Menge Schönes oder Ärger abgearbeitet, über mancherlei Idiotisches den Kopf geschüttelt, anderes angenommen, Vorsätze gefasst und verworfen, die Ärmel hochgekrempelt, um sie danach mit dem Gedanken, das war wohl nix, wieder herunter gezerrt. Leben eben, schön, lustig, fröhlich, aber auch traurig, ängstlich, aber immer vorwärts, nie rückwärts. Leben findet eben nicht im Glashaus statt. Wäre auch nicht witzig, hätte einen isolierten Touch, den niemand haben muss.

Da wächst ein kleines Leben heran. Geborgen, am Anfang verborgen, im Bauch seiner Mama. Wie wird es werden? Wenn ich meine Enkeltochter ansehe, die bald schon drei Jahre werden wird, ihr erinnert Euch noch, wie groß die Spannung hier gewesen war, als sie geboren wurde? Sie ist heute eine bezaubernde, süße kleine Maus. Ein Hammerkind. Ich glaube jedes Enkelkind ist ein Hammerkind, genauso, wie das die eigenen Kinder auch waren, ist und bleiben wird. Wenn alles gut geht, alles der Natur nach läuft, dann wird das Baby Anfang April geboren werden. Ja, wir wissen was es ist, aber ich werde das hier nicht verraten, nicht bevor es geboren ist. Das zweite Enkelkind. Klingt gut, oder? Wohl ein wenig komisch ist das schon, war ich doch selbst gestern erst Mutter geworden. Ein Menschenleben lang, das ist nicht mehr als ein Wimpernschlag im Zeitgeschehen, wenn nicht weniger. Einmal um die eigene Achse gedreht und Schwupps sind die eigenen Kinder groß und bekommen selbst Kinder. So ist das und nein, die Zeit vergeht immer gleich schnell, ein Tag ist ein Tag, eine Stunde bleibt eine Stunde und an einer Minute wird sich auch nichts ändern. Einzig die Wahrnehmung der Zeit, des Begriffes, des Erlebens ändert sich, je älter man wird. Die Zeit scheint Fahrt aufzunehmen, schneller vorbei zu gehen. Als Rentner, was ich (noch) nicht bin, hat Mensch ja keine Zeit mehr. Das ist Hörensagen, ich habe das gehört, aus allen Ecken, dass das so ist.

Vielleicht bedarf es einer guten Vorbereitung das Rentnerdasein genießen zu können, vielleicht sind neun Monate ein guter Zeitraum, gibt er jungen Eltern Gelegenheit sich auf das Kind vorzubereiten, Großeltern die Chance sich damit auseinander zu setzen, dass sie nunmehr zum alten Eisen gehören, egal wie alt sie auch immer sein mögen. Ein paar Wochen noch, dann ist es wieder soweit. In der Zwischenzeit gibt es eine Menge zu werkeln, zu machen und zu tun, langweilig wird das sicherlich nicht. Ich wünsche Euch einen zauberhaften Tag, mit viel Spaß, Lust und Laune alles Mögliche zu erledigen.

 

 

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