Kartoffelporsche

Der ganz normale, tägliche Einkauf gestaltet sich im Alltag gelegentlich zu einem Kraftakt. Nicht, weil der Einkaufszettel so lang ist, nein, weil ich vergessen habe das meiste, das ich brauche aufzuschreiben. Dazu kommt noch das, was ich gerade sehe, das man vielleicht und eventuell für ein leckeres Gericht gebrauchen könnte. Ehe man sich versieht, ist nicht nur die mitgebrachte Einkaufstasche voll, sondern es muss eine Tüte dazu gekauft werden. Manchmal auch zwei. Das stellt nun Frau vor arge Probleme.

Es ist nicht so, dass ich vor Kraft strotze. Spätestens, wenn ich die Tasche samt Tüten, voll gepackt, hochheben möchte, werden mir meine Grenzen ziemlich schnell bewusst. Ich laufe in Gedanken den Weg bis nach Hause ab. In meinem Kopf spielen sich die fürchterlichsten Szenen: die Tüten laufen mit mir, ziehen mich nach unten, ich muss ständig stehen bleiben, um die Taschen von rechts nach links zu tauschen, weil eine Seite immer schwerer gepackt scheint als die andere. Der ansonsten kurze Weg entpuppt sich als meilenlanger Kurs, mit allerlei Hindernissen an dessen Ende ich dann schweißgebadet und mit letzter Kraft die Haustür erreiche und in ihr entschwinde.

Damit mir dies nicht mehr passiert, gehe ich schon lange mit einem Kartoffelporsche einkaufen, so einem Menschennachläufer, einem kleinen Lasteneselchen, einen Omakarren, den ich ja bald zurecht benutzen darf. Ich denke als werdende Oma darf ich das Gerät gnadenlos einsetzen. Peinlich, meint eins meiner Kinder, intelligent meine ich. Eine herrliche Erfindung, die beste, die es gibt, sie ist rückenschonend, praktisch, lässt sich gut beladen und dann trotzdem noch ziehen. Ich ärgere mich, wenn ich ihn zu Hause gelassen habe, weil ich nur Salat einkaufen wollte, denn es bleibt nicht beim Salat, dann kommt noch Kresse dazu, die Tomaten sehen auch gut aus und wollte ich nicht einen Kuchen backen, ah ich glaube der Zucker wird knapp, rasch noch 1 kg Zucker dazu, ach und dies und das noch und schwups werden, ohne meinen Porsche, meine Arme wieder affenartig lang werden. Nein, das soll mir nicht passieren, also nehme ich ihn fast immer mit. Nach anfänglichen Manövrierschwierigkeiten kann ich das jetzt recht gut, einzig mache Ecken sind zu kantig und stehen zu weit vor und schwups bleibe ich dann mitten im Schwung hängen und gebe die tollsten Figuren ab. Aber egal, Hauptsache ich muss nicht schleppen. Warum soll man es sich nicht einfacher machen? Dies gilt auch und vor allem für die werdenden Mütter und nicht nur die werdenden Omas.

Nun genug für heute, ich habe noch etwas vor, ihr auch? Nein, wenn nicht, dann genießt es einfach auch mal nichts zu tun. Seid gut zu Euch selbst.

 

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