So schön

Ich liebe es als werdende Oma zu schreiben. Kinder kann man nicht mit Worten beschreiben, egal ob sie klein oder groß sind, noch Windeln tragen oder erwachsen sind, was immer sie tun, man liebt sie. Enkelkinder wiederum sind etwas Besonderes, etwas Anderes, sie sind die Kinder der eigenen Kinder und man wird in ihnen immer seine eigenen Kinder suchen. Man bringt ihnen die gleiche Liebe entgegen, wie man sie seinen Kindern gegeben hat. Vielleicht existiert mein Blog dann noch, wenn meine beiden Enkelkinder irgendwann lesen können, was ihre Oma aufgeschrieben hat. Vielleicht sollte man ein Tagebuch schreiben, nicht elektronisch, sondern mit der Hand. So ganz uralt und wie zu alten Zeiten. Das hätte etwas.

Man geht gerne mit Enkelkindern spazieren, Oma und Opa schieben den Kinderwagen und der Stolz, den man auf seine eigenen Kinder hat, weil diese Mama oder Papa sind, der schwingt immer mit, vor allem wenn Nachbar Schmittke in den Wagen guckt und vor Neid erblasst, weil er noch keine Nachfahren der nächsten Generation hat. Es war ja damals schon ein erhebendes Gefühl, wenn man als junge Eltern mit dem Kinderwagen spazieren gegangen ist und ich habe weiß Gott wie viele Kilometer abgelaufen, kein Park, kein Tierpark, keine Wege um irgendwelche Sees herum waren vor uns sicher. Da kamen eine ganze Menge an Kilometer zusammen und es war nicht immer einfach das mit meinem Andreas zu stemmen, vor allem auch als seine Schwester geboren war. Andreas war in seinen ersten Lebensjahren schlicht und ergreifend, neben der Tatsache, dass er mein Kind war, ein Full-time-Job. Aber das ist ein anderes Thema. Als Großeltern ist man immer stolz auf seine Enkelkinder, aber das ist letztendlich Ausdruck der Liebe und des Stolzes, den man für seine eigenen, großen, erwachsenen Kinder empfindet. Ich kann mich auch noch sehr gut an die gemeinsamen Spaziergänge mit den Großeltern meiner Kinder erinnern: Egal wer, ob Oma oder Opa, sie schoben den Kinderwagen, oder beide Kinderwagen immer mit einer Menge fühlbarer Liebe und Stolz für all jene, die da um sie herum waren. Sie haben sich nie aufgedrängt und wir haben sie immer gefragt, von uns aus fragen müssen, ob sie Lust hätten mit uns spazieren zu gehen und keine Frage, sie haben uns nie einen Korb gegeben. Das war so und ich fand das gut, weder meine Schwiegereltern, noch meine Eltern haben sich aufgedrängt, angerufen, ob sie mitgehen könnten.

Nun werde ich wieder Oma und es fühlt sich gerade an, als würde ich das erste Mal Oma werden, als wäre es das erste Mal, dass dies der Fall ist. Wundervoll, geheimnisvoll, weiß noch niemand, ob der Zwerg, der sich noch vor der Welt versteckt hält, ein Junge oder ein Mädchen ist. Wetten werden keine angenommen, das nur nebenbei, denn egal ob Junge oder Mädchen, Hauptsache gesund und der werdenden Mama geht es gut. Ich gehörte zu den glücklichen Frauen, die während ihrer Schwangerschaften nicht mit Übelkeit zu kämpfen hatte, ohne größere Probleme da durchmarschierte. Ohne Internet, das hatten wir noch nicht, einem Buch, das man sich dann doch mal kauft und einer Elternzeitschrift und dem Infomaterial, das man dann so nach und nach zugeschickt bekommen hat. Es war ein Abenteuer gewesen schwanger zu sein. Nein, kein Abenteuer, das ist nicht das richtige Wort, vielleicht beim ersten Baby ein klein wenig wie Abenteuer, denn wir wussten nicht was uns erwarten würde. Schlaflose Nächte, dazu dicke Augen, die waren zugleich das Tagesmakeup es nächsten Tages, immer müde, das war obligat. Andreas, der im Alter von acht Monaten ins Krankenhaus musste, beschäftigte mich anschließend damit, dass er über ein Jahr brauchte, um ohne zu schreien, ohne, dass ich ihn in den Schlaf tragen musste (von den Nächten ganz abgesehen, in denen er wach wurde und schrie. Als dann mein zweites Kind geboren wurde, war nachts zu schlafen zu einem totalen Fremdwort geworden, für das es in dieser Zeit keine Übersetzung gegeben hatte. Aber es war toll, es hat Spaß gemacht, dann mit zweien unterwegs zu sein, was nicht so ganz unproblematisch war, weil ich für Andreas immer eine Fahrmöglichkeit haben musste. Nein, ich hatte es nicht wirklich leicht mit zwei kleinen Kindern und ich stieß recht oft an Grenzen und Hindernisse, die ich erst aus dem Weg räumen musste, bevor ich weiter laufen konnte. Aber das war okay, so lange es für meine Kinder war.

Für mich war es ein schönes Gefühl schwanger zu sein und ich habe nicht bereut Kinder zu haben, nicht einen Tag, nicht eine Nacht, nicht eine Stunde, Minute oder Sekunde, egal um welches meiner Kinder es geht. Jetzt gerade, in dieser Zeit, da ich Oma werde, da kommen viele Erinnerungen wie es war, als ich entdeckt hatte, dass ich ein Baby erwarte, denke aber, das geht allen werdenden Omas so, dass ihnen längst vergessen geglaubte Erinnerungen wieder einfallen. Das ist auch bei jedem Geburtstag der Kinder so, dass man sich genau erinnert was, wann was gewesen war. Diese Erinnerung, die kann niemand nehmen, die trägt man sein Leben lang mit sich. Das ist gut so und das fühlt sich toll an.

Ich wünsche Euch eine tolle Woche.

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