„Traumhaft“ von Johanna Lark

Klara, eine 21jährige Psychologiestudentin, deren älterer Bruder seit Wochen im Koma liegt, wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihr Bruder daraus wieder erwacht. Sie lebt ein Leben, wie man sich das Leben einer Studentin vorstellt: Ein Leben zwischen Vorlesung und Party, mit Sex, Alkohol und Drogen, an dem sie aktiv und in jeder Beziehung teilhat. Ihre beste Freundin studiert an der gleichen Uni und ist unsterblich in einen Studenten Adrian verliebt, der seinerseits in Klara verliebt ist. Dieser Student treibt ein mieses Spiel mit den beiden Frauen, um sein Ziel zu erreichen.

Klara ahnt nicht, dass sie die besondere Fähigkeit besitzt Menschen in ihren Traum zu holen, auch dann nicht, als sie im Traum ihrem Bruder Matthias begegnet. Sie beginnt erst misstrauisch zu werden, als ihre Freundin von Träumen erzählt, die sie selbst während der Nacht erlebt hat. Klara ist verwirrt, finde keine Erklärung dafür und wendet sich an ihre Professorin für Neurologie, die auch ihren Bruder behandelt, ohne ihr von ihren Träumen zu erzählen. Die Professorin ihrerseits ahnt, dass Klara die gleiche Gabe wie ihr Bruder hat und will diese Fähigkeit für sich ausnutzen. Um an ihr Ziel zu gelangen setzt sie Adrian ein. Sie erklärt Klara, dass sie ihr helfen wird, ihren Bruder aus dem Koma zu holen.
Klaras Welt wird ordentlich durchgerüttelt, manchmal weiß sie nicht, träumt sie oder nicht. Einerseits liebt sie einen Mann, der die gleichen Fähigkeiten wie sie hat, anderseits betrügt sie diesen und ihre Freundin, in ihren Träumen und das ausgerechnet mit Adrian, der eine ungute Macht über sie ausübt, sie zu testen versucht. Mehr und mehr versteht Klara ihre Fähigkeit und lernt ihre Träume zu beherrschen, bis sie von der Professorin damit unter Druck gesetzt wird, dass der Preis ihren Bruder ins Leben zurück zu holen der ist, dass Klara für sie arbeiten muss, andere Träumer wie sie es sind ihr zuführt. Die Situation spitzt sich zu, als ein Ultimatum abläuft.
„Traumhaft“ ist Johanna Larks erster Roman. Es ist durch und durch ein Fantasyroman, den man gut und gerne als frauenaffin bezeichnen kann, wobei es keinem Mann einen Zacken aus der Krone bricht, ihn zu lesen und so in die geheime Welt der einen oder anderen Frau einzudringen und deren Leben zwischen Mädelabend, Sex, Uni/Beruf Klamotten und Kerlen zu erfahren. Die Autorin hat eine sehr lebendige, gefällige Sprache, die dem Leser, der Leserin erlaubt, ihr in die Träume Klaras zu folgen. Ihren Beschreibungen nach erscheint ein Bild vor meinen Augen, was ich für mich, wenn ich einen Roman lese, als sehr wichtig erachte: ich kann sehen was sie beschreibt. Eine Frage beschäftigt mich dennoch: Warum tritt diese Fähigkeit erst so spät auf, weshalb bemerkt Klara erst jetzt diese Fähigkeit. Sie sollte damit doch geboren worden sein.
Fantasy ist ein besonderes Genre, ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es ist traumhaft unterhaltsam und gegen Ende richtig spannend. Es ist sehr gut, einzig was ich mir gewünscht hätte, ist die Tatsache, dass ich als Leserin manchmal den Wechsel zwischen Traum und Realität nicht erkennen kann und das stört, das hemmt gelegentlich den Lesefluss, vor allem dann, wenn man das Buch wieder aufnimmt, um weiter zu lesen. Allerdings tut das dem Schreibstill der Autorin keinen Abbruch. Sie schreibt sehr plastisch, so sind Szenen aus den Albträumen Klaras für mich fast fühlbar, wenn sie das Gefühl hat ihre Lunge sei voller Wasser oder dass sie gegen eine Brandung ankämpft, oder metallischer Geruch von Blut in der Luft liegt. Ich war automatisch geneigt die Luft anzuhalten, oder habe zumindest gerochen, ob ich Blut riechen kann. Die Handlung, die Geschichte lesenswert und so bekommt „Traumhaft“ eine Leseempfehlung mit auf den Weg.
Mit „Traumhaft“ ist der Autorin Johanna Lark ein sehr gutes Debut gelungen und ich bin gespannt auf den nächsten Band, den ich ganz sicher lesen werde, allein aus Neugierde, ob sie die Spannung aufrechterhalten kann. Allerdings meine ich, dass es schade ist, dass man dieses Werk nicht auch als Print kaufen kann, zumindest kann ich das nicht erkennen, dass es möglich ist. Wer einen Reader hat, der allerdings versäumt etwas, wenn er/sie sich nicht die in Traumwelten entführen lässt.

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