Winterfreuden

Wochenende steht vor der Tür, doch ehrlich, ich habe geguckt, es steht draußen. Punkt12 Uhr heute Mittag lasse ich es rein. Nein, so ein Quatsch, ich mache sofort die Tür auf und lasse es rein, sonst erfriert das draußen noch. Ihr werdet denken wie ist die denn drauf. Wie soll man bei der Kälte anders drauf sein? Es scheint hier zwar die Sonne, aber das täuscht gewaltig, ganz gewaltig. Warm fühlt sich vollkommen anders an.

Aber was jammern wir rum? Die Jahreszeit, die wir gerade haben nennt sich doch Winter, oder? Klar für die Kinder könnt etwas mehr Schnee sein,  so richtig rodeln war diesen Winter nicht drin. Aber in der Stadt Schnee? Das wandelt sich schnell zu einer grauschwarzen Masse um und sieht alles andere als toll aus, abgesehen davon, dass man nicht auf Bausteine, sondern auf diesen Streusplitt in der Wohnung tritt, weil man ihn mit hinein trägt ohne, dass man etwas dagegen tun kann. Für die Kinder ist das dann nicht mehr so schön, wenn die Streufahrzeuge durch sind und die Bürgersteige von den privaten Räum- und Streudiensten bearbeitet worden sind. Mit dem Schnee kann man dann nichts mehr anfangen. Wie war das früher? Ich bin in Rheinland Pfalz aufgewachsen, da war Schnee, der auch noch liegen geblieben ist, so etwas wie das siebte, achte und neunte Weltwunder auf einen Schlag. Aber wenn, dann sind wir als Kinder rodeln gegangen und zwar „ins Pärkl“, wo ein leichter Hügel das ermöglichte. Ich hatte einen roten Stahlrohrschlitten, der garantiert irgendwie aus der Werkstatt gemacht hat und der von meinen Geschwistern auf mich übergegangen war, gut eingefahren. Mann war der schnell! Ab und an wurde mal mein Bruder vorbei geschickt um nach dem Rechten zu gucken, ein paar Alibiabfahrten zu machen, bevor er wieder nach Hause gegangen ist. Er war fünf Jahre älter als ich und hat sich dann mit dem „Kinderkram“ nicht mehr abgegeben, es sei denn, der eine oder andere Freund war dabei, dann hieß das „Schlitten ade!“ ich konnte nach Hause gehen. Er kam meist dann, wenn ich gehen sollte und so passte das und jeder hatte seinen Spaß und er musste den Schlitten mit nach Hause bringen. Am freien Tag meiner Eltern, sie mussten auch am Wochenende arbeiten, fuhren wir dann in den Odenwald zum Skifahren. Meine Eltern, meine Schwester, die älteste, mein Bruder und ich. Während ich Spezialistin im Rückwärtsfahren war, was meiner Mama nie gefallen hat, haben sich mein Vater und mein Bruder Abfahrtsschlachten geliefert oder wir sind wie die Wilden gefahren, wir hatten ja Platz, denn unter Woche fuhr außer uns kaum jemand auf Skiern den Berg hinunter. Übrigens hat es mir immer besser gefallen runter zu fahren, als wieder auf Skiern hinauf zu kraxeln. Nix Lift, solch ein Luxus gab es dort nicht. Aber ich hatte ja meinen Papa, der war von Zeit zu Zeit mein Lift gewesen. Aber es war toll, das war Klasse. Es hat einfach Spaß gemacht. Heute ist das alles ganz anders, davon abgesehen, dass ich nicht weiß, ob es rund um Berlin auch nur ansatzweise ein „Bergchen“ gibt, wo wenigstens Kinder auf Skiern fahren könnten. Wir waren mit unseren Kindern in Skiurlaub, was nicht wirklich auf Begeisterung gestoßen war, schätze mal ich habe mehr die Wasserkinder, die Badespaßkids geboren.

Ich wünsche Euch für das Wochenende ebensolchen Spaß wie wir ihn damals hatte. Genießt das Wochenende, geht raus, wenn ihr könnt, lauft ein wenig draußen um es Euch dann mit Fug und Recht auf der Couch gemütlich zu machen. Lasst es Euch einfach gut gehen.

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