„Wo die toten Kinder leben“ von Roxann Hill

Anne Steinbach ist eine Ex-Polizistin, die aus dem Polizeidienst entlassen wurde, weil sie den Entführer eines Jungen deutlich zu hart angefasst hat, um zu erfahren, wo dieser den Jungen versteckt hält. Schließlich hielt der Entführer der Verhörmethode der Polizistin nicht stand und wies auf den Ort hin, der Junge konnte allerdings nur noch tot geborgen werden.


Das erfährt der Leser aber erst als die Story schon fast am Ende ist und es erinnert obendrein an den Entführungsfall des Jacob von Metzler und das Handeln des verhörenden Polizisten, der daraufhin auch nageklagt worden war. Natürlich darf das nicht geduldet und toleriert werden, auch wenn es nachvollziehbar ist, wenn es um das Leben eines Kindes, eines Menschen generell geht.
Anne, hat nicht nur ihren Job verloren, auch ist Ehe gescheitert und ihre Tochter darf sie nicht sehen, nur am Telefon sprechen, was sich mir an dieser Stelle nicht erschließt, auch wenn der Ex ein cleverer Anwalt ist. Es gibt in dem Buch ordentlich Prügel, die nicht nur sie kassiert, sondern auch der Priester Paul Wagner, mit dem sie, im Auftrag der Diözese in zwei Fällen recherchieren, bei denen es um den Suizid junger Menschen geht.
Paul Wagner, man bekommt von diesem Priester umgehend ein Bild vor Augen, wenn man als Leser der Autorin in deren Welt folgen kann. Vor allem bleiben die zarten Bande nicht verborgen, die zwischen Anne und Paul entstehen, zart, aber unerfüllt. Ob sie sich finden werden? Das möchte ich nicht verraten, nur so viel, dass es enorm knistert zwischen den beiden.
Eine sehr sympathische Rolle spielt der „Ziehvater“ von Paul, Dr. Satorius und dessen Lebensgefährte. Dort wo die beiden sind, da ist ein Ort, zu dem ich sofort hingehen möchte, dort stimmt einfach alles, die Atmosphäre, die zwischenmenschliche Beziehung, die Offenheit anderen Menschen gegenüber und sie sind immer irgendwie dabei entweder zu essen oder es wird gerade gekocht und bald darauf gegessen.
Das ist die Kernhandlung. Der Roman ist sehr spannend geschrieben und sehr clever die Handlungsstränge geflochten, denn es werden gleich zwei voneinander getrennte Fälle behandelt, die nur den Zufall als gemeinsamen Nenner haben. Irgendwann im Laufe der Handlung kommt ein erster Verdacht wer hinter den Suiziden stehen könnte, auch wenn man das zuerst wieder verwirft, bis sich am Ende die Suizide als geschickt konstruierte Morde, die dennoch Suizide bleiben, entpuppen. Anne Wagner, deren Methoden gelegentlich als rüde bezeichnet werden können, klärt gemeinsam den Fall mit Paul Wagner, wenn auch nur zufällig, auf und geraten dabei selbst in Lebensgefahr.
Das war das erste Buch, das ich von der Autorin Roxann Hill gelesen habe und ich habe es sehr gerne gelesen und möchte den Krimi/Thriller uneingeschränkt empfehlen. Ich werde noch ein weiteres Werk der Autorin lesen, neugierig darauf ob sie den hohen Standard, den sie in ihrem ersten Werk von inzwischen fünf weiteren dieser Reihe, gezeigt hat, halten kann.

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