Zwei Wochen, Hasenschule, Hänsel und Gretel

Es sind noch zwei Wochen bis zum Termin. Zwei lange oder zwei kurze Wochen, wir werden das sehen. Entzücken macht sich breit, wenn dann meine lieben Freundinnen in Entzücken ausbrechen und dann prompt aus dem Baby einen kleinen Osterhasen oder eine Osterhäsin machen. Apropos Hase und Häsin, wer erinnert sich nicht an die berühmteste Schule, die es gibt, die Hasenschule? In welchem Kinderzimmer gab es sie nicht? In meinem, dem meiner Kinder und dem meiner Enkelkinder.

Hasenschule, herrlich. Alte Märchen, wunderbar, nur scheinen diese heute nicht unbedingt mehr en vogue zu sein. Im Grunde genommen sind das Psychgeschichten oder die tollsten Kriminalfälle, die es je gegeben hat. Man muss sich vorstellen wie viele Straftaten allein bei Hänsel und Gretel begangen worden sind, die Kinder wurden ausgesetzt und das nicht nur ein einziges Mal, nein sondern zwei Mal und es war nicht die böse Stiefmutter, nein, es war die leibliche Mutter gewesen. Nun gut, sie marschieren also durch den Wald und gelangen ans Haus der alten Hexe: „Knusper, knusper knäuschen wer knuspert an meinem Häuschen?“ und macht die Alte? Sie lockt die Kinder, sperrt den armen Hänsel ein, um ihn so lange zu mästen bis er ein herrlicher Braten werden würde. Das ist Freiheitsberaubung in zwei Fällen mit dem Ziel Kannibalismus zu betreiben. So weit so gut. Die Kinder schaffen es die Hexe, was den Zunahmegrad von Hänsel angeht, mit einem Knöchelschen zu täuschen, was man nur schwer glauben kann, ist die Alte doch eine Hexe und sollte das durchschauen können. Wäre das nicht zu makaber, dann könnte man Hänsel der arglistigen Täuschung, zumindest i Hexenreich, überführen. Nun kommt die Gretel ins Spiel: sie versucht mit List und Tücke die Hexe so vor den Ofen zu locken, dass es ausreichend ist, sie mit einem Stoß in den Ofen und so ins jenseits zu befördern. Das war von hinten und mit Arglist und es war Mord, aber jedes Gericht der Welt würde Notwehr gelten lassen. Damit aber nicht genug, die beiden Kinder, plündern noch, bevor sie gehen, die Schatztruhe, ist das nicht Raub? und machen sich auf den Heimweg. Sie finden nach Hause, allerdings ist die Mutter inzwischen gestorben. So weit so gut. Was bedeuten aber diese Märchen für Kinder. Sie können das ab, können damit umgehen, weil sie in der Obhut eines wohlbehüteten Elternhauses, wissen, dass sie sicher sind, dass ihnen das nicht passieren kann.

Also zurück zu den guten, alten Märchen? Bestimmt, aber nicht ausschließlich. Es gibt inzwischen eine Menge schöner Geschichten, die natürlich der Moderne angepasst sind, die aber für meine Begriffe längst nicht jenen Reiz der alten Märchen, der bezaubert, der Kinderaugen groß werden läßt. Damit sind wir bei der Hasenschule. Ein nettes Geschenk zu Ostern, oder? Für mein kommendes Enkelkind noch zu früh, aber ich wette, eines Tages wird es auch dieses Buch haben. Zwei Wochen noch, ein paar Tage mehr oder weniger, spannende, aufregende Zeit.

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