Hü + Hott = Hühott

Eine Oma muss sich nicht um die Erziehung kümmern, das ist nicht ihre Aufgabe, oder die des Opas. Aber dürfen Oma und Opa alles durchgehen lassen? Nein, ganz sicher nicht, das auf keinen Fall. Aber wo ist die Grenze? Vor allem gibt es in vielen Familien auch innerhalb der Familie keine Einigkeit. Eine Freundin von mir, deren Sohn im gleichen Alter wie meine Jüngste ist, kämpfte gleich Don Quichotte de la Mancha gegen Windmühlen an, was die Erziehung des Lümmels angeht. Wenn das Ergebnis, also das, was der junge Mensch ist, was er darstellt, immer eine Folge der Erziehung ist, dann … na ja ich würde mal sagen in dem Fall würde das dann hinhauen.

Natürlich ist das nicht immer der Fall. Mein Vater hatte es zu Hause nicht ganz einfach, meine Großeltern waren ganz eigene Menschen, sie haben nicht geschlagen, auch wenn es in der Zeit eher üblich war, dennoch haben sie viel vermissen lassen und mein Pa war das genaue Gegenteil von dem, was sie verkörpert und gelebt haben. Auf der anderen Seiten haben sie ihm einiges mitgegeben, das er an uns weitergegeben hat und noch einiges obenauf. Ich habe mich bemüht viel davon an meine Kinder weiter zu geben. Ich hoffe mal, dass das geklappt hat. Ich bin nicht immer dabei.

Aber im Fall meiner Freundin waren das drei unterschiedliche Leute, die in verschiedene Richtungen erzogen haben. Der eine sagte „hü“, der andere aber „hott“ und der dritte „hühott“. Rauskam, dass der Junge jeden gegen jeden ausspielte und das so lange bis er seinen Willen durchgesetzt hat. Die Sache klappte dann in der schule irgendwann nicht mehr und er versemmelte einfache Arbeiten, wechselte die Schule, dann nochmal, setze eine Prüfung bewusst in den Sand und und und um nur mal das zu nennen, vom rein menschlichen mal ganz abgesehen. Das war alles mit Ansage. Das konnte man kommen sehen und ich erinnere mich, sehr ungern übrigens, an einige Szenen, die wir miterlebt haben, weil sie sich vor unseren Augen abgespielt haben. Sehr unschön, sehr bewusst von diesem Zwerg herbei geführt. Das war manchmal regelrecht grausam und das bis ins Hier und Jetzt.

Natürlich wussten meine Kinder auch ganz genau, wen sie fragen mussten, wenn sie etwas ganz Bestimmtes erreichen wollten, haben wollten. Das ist wie ich meine legitim, dass Mama anders entscheidet als Papa, aber im Grundkonsens sollte man sich einige sein und ein Nein muss ein Nein bleiben ebenso wie ein Ja ein ja bleiben muss. Da dürfen auch Großeltern nicht einbrechen. Aber Großeltern dürfen mit den Enkelkindern ein Geheimnis teilen, was Mama oder Papa nicht wissen muss, was man ihnen ganz sicher nicht verheimlichen wird, wenn sie fragen, aber nicht unbedingt auf die Nase binden wird, wenn sie nicht fragen. Kompliziert heute wieder, oder? Prinzipielle Entscheidungen dürfen auch Großeltern nicht aushebeln oder unterlaufen. Das wäre „Hühott“ und das geht gar nicht.

Meine Enkeltochter entwickelt sich prächtig, die Kinder machen einen guten Job, auch wenn das vielleicht manchmal recht anstrengend ist. So ganz dunkel kann ich mich daran erinnern, dass nicht immer alles so lief wie wir das wollten. Meinem Sohn war das, was wir veranstaltet haben meist ziemlich wurscht, für ihn war die Hauptsache, dass Mama da war, er war da ziemlich auf mich fixiert, von Beginn an. Macht es wie er. Egal was ihr auch tut: Laßt es Euch gut gehen.

 

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