Seniorenzeitung

Da haben wir den Salat. Die Angelegenheit mit dem Alter ist doch nicht so einfach wie gedacht. Die „Best-Ager“ wie Menschen der Ü-Ausgaben genannt werden, müssen gar arge Pflänzchen sein. Gestern war ich im Internet unterwegs, weil ich sehr gerne als Best Ager für Best Ager eine Kolumne schreiben würde, in meiner Art und Weise und als Oma, so wie ich hier zu sehen bin. Mal will ich kritisch, mal nachdenklich, mal just for fun schreiben. Ihr kennt das und meine Art zu schreiben. Warum auch nicht für meine Altersklasse und in einem Printheft, also so was, das man zum Lesen in der Hand hält und was spricht dagegen mich dafür bezahlen zu lassen?  Also habe ich mich umgeschaut und mir das mal eben so angeschaut. Nüchtern betrachtet fällt mir nix mehr dazu ein.

Schon mal aufgefallen, dass Seniorenzeitungen immer irgendwo kostenlos herum liegen? Kostenlos. Alt. Abgelegt. Meist in Arztpraxen, wo sonst? Nix Besseres zu tun als in Arztpraxen zu sitzen? Na gut, ich habe mir sagen lassen, dass man dort, wegen der immer langen Wartezeiten in vollkommener Ruhe die Yellow Press lesen könnte. Hallo?  Gehört ihr alle zu den Altersarmen und könnt Euch eine gekaufte Zeitung nicht mehr leisten? Oder einen PC oder Laptop? Damit könnt ihr alles von zu Hause aus lesen und müsst Euch nicht in solchen Bakterien- und Virenbegegnungsstätten aufhalten. Es ist nicht schwer ein Laptop hochzufahren, ins Internet zu gehen, Nachrichten zu lesen, mal einen Schnack in irgendeinem Forum zu machen und dann wieder alles herunter zu fahren und auszuschalten und wer das täglich übt, der wird das auch nicht vergessen. Gehirntraining ganz nebenbei. Warum sitzt ihr also beim Doc rum?

Aber zurück zum Thema, bei Wikipedia ist unter „Best ager“ zu lesen: Unter Best Ager (auch Generation Gold, Generation 50plus, Silver Ager, Golden Ager, Third Ager, Mid-Ager, Master Consumer, Mature Consumer, Senior Citizens, „over 50s“) versteht man eine Zielgruppe von Personen mit einem Lebensalter von über 50 Jahren. (Meine Anmerkung: Ah ja, bei 50 fängt das schon an?) Unklar ist bei vielen der genannten Begriffe, ob die Zeit der „besten Jahre“ erst mit dem Tod oder bereits weit vorher (z. B. mit der Pensionierung und damit dem meist verbundenen Einkommensverlust) endet.

In der Süddeutschen war zum Thema „Seniorenzeitungen“ zu lesen: http://www.sueddeutsche.de/medien/seniorenmagazine-der-siegeszug-der-rentner-bravo-1.1127996 Das allerdings schon im Jahre 2011 und es hat mir zu denken gegeben, weil ich nicht verstehen will weshalb Senioren kein Magazin haben, das sie erwerben können. Vor rund zwanzig Jahren habe ich immer und immer wieder gesagt, dass es keine gute, die Betonung liegt auf dem Wort „gut“, Zeitschrift für Frauen um die 40 gibt. Die einen haben die Altergruppe der 20-30jährigen angesprochen und die anderen schlugen sich im Genre der „Kittelschürzenfrauen“ um die Gunst der Leserinnen, bestückt mit Klatsch und Tratsch. Dazwischen war nix. Heute gibt es Magazine, die diese Lücke, mit mehr oder weniger großem Erfolg, schließen. Ich bin im Best Ager-Bereich angekommen und was soll ich sagen, es gibt einfach keine ordentliche Seniorenzeitung, für man am Kiosk bezahlt. Woran liegt das? An den Senioren? An ihrem Interesse für Themen oder nicht? An den verfügbaren Werbekunden? Dabei wäre das so einfach eine solches Magazin zu gestalten und das auch noch bezahlbar zu halten. Klar es würde an den Werbekunden stehen und fallen, aber was in Gottes Namen spricht dagegen, dass zum Beispiel darin Werbung für die A-Klasse eines Autokonzerns ebenso geschaltet wird, wie für einen Treppenlifter. Von A-Z ist alles denkbar, warum nicht? Weder sind wir zimperlich, noch aus Zucker. Na gut, ob Inkontinenzmaterial gut ankommen würde? Wer weiß das schon, schließlich stört uns ja auch nicht, wenn es Werbung für Babywindeln gibt. Es gibt aber noch mehr, das Best Ager interessiert, die Themen reichen von allgemeinen Informationen, über Geld, über Sex im Alter, gesund oder krank sein, Fitsein, Lebensgeschichten, Erfolgsgeschichten von Männern und Frauen, Prominenten ebenso wie von Lieschen Müller von nebenan, über Klatsch und Tratsch, bis hin zu dem, was uns die unmittelbare Zukunft bescheren wird. Eben alles, keine Grenzen, außer wegen unterschiedlicher Interessenlage Männlein und Weiblein getrennt, so wie das in fast allen Altersstufen der Fall ist, da es auch im Alter deutlich unterschiedliche Interessen gibt.

Bleibt die Frage weshalb Unternehmen wie Burda, Gruner + Jahr und wie sie alle heißen darum drücken für Best Ager richtig gute Magazine auf den Markt zu bringen, monatlich, 12 x pro Jahr, gegen Geld, das kann doch nicht so schwer sein. Mehr noch ich finde das arg daneben, erlebe das als Ausgrenzung vom vorhandenen Zeitungsmarkt. Außer Konkurrenz, zu alt, abseits, aus, erledigt, als Kunden uninteressant. Gefällt mir nicht. Euch? Kann ich mir nicht vorstellen. Wer weiß, vielleicht geschieht das so, wie damals als es keine Zeitschriften für das Frauenalter um die 40 Jahre gegeben hat und es gibt solche Magazine bald. Warten wir das ab.

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